Wie hat sich die wirtschafliche und politische Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Ungarn seit der Wende gestaltet?

„Die Geschichte ist Lehrmeisterin des Lebens“, also wenn wir die heutige volkswirtschaftliche Lage zwischen den zwei Ländern näher betrachten möchten, müssen wir erstmal mindestens bis zu der Wende und der danach passierenden Ereignisse zurückgehen.

Geschichtliche Einführung

Durch den Einigungsvertrag am 3. Oktober 1990 trat die DDR der BRD bei, nachdem sich die beiden deutschen Staaten mit den Siegermächten des Zweiten Weltkrieges am 12. September den Zwei-plus-Vier-Vertrag über den Status des vereinigten Deutschlands abgeschlossen hatten. Die neue Hauptstadt wurde Berlin. Aus diesem Grund zogen der Bundestag und viele Bundesbehörden von Bonn nach Berlin um.

Vor der Vereinigung gab es die so genannte friedliche Revolution im Jahr 1989. Das bedeutete, dass viele Bürger der DDR ihren Urlaubsaufenthalt in Ungarn zur Flucht nutzten. Der wichtigste Moment dieser Revolution war das so genannte Paneuropäische Picknick am 19. August. Die Deutschen werden nie vergessen, dass sie Hilfe von uns bekommen haben.

In Ungarn wurde die Republik am 23. Oktober 1989 ausgerufen. Also von da an war Ungarn auch nicht mehr Teil des Ostblocks. Aus dem Einparteisystem wurde in Ungarn, wie in Deutschland auch der Pluralismus verwirklicht und außerdem wurde aus dem RGW (Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe) die so genannte soziale Marktwirtschaft ins Leben gerufen. Die Wende führte auch dazu, dass der Warschauer Pakt aufgehoben wurde und Ungarn im Jahr 1999 der Nato beitreten konnte. Im Jahr 2004 ist Ungarn auch Mitglied der Europäischen Union geworden.

Politische Kontakte mit Deutschland

Ungarn und Deutschland hat die diplomatische Beziehung schon im Jahr 1973 miteinander aufgenommen, aber die Zusammenarbeit konnte wirklich erst nach der Wende vertieft werden. Unseres Land hatte immer traditionell gute politische Kontakte mit der CDU/CSU. Als die Wende in Ungarn und die Wiedervereinigung in Deutschland zustande gekommen ist, war Helmut Kohl der Kanzler von Deutschland. Er hat den politischen Wechsel, der sich in Ungarn im Jahr 1989 abspielte, unterstützt. Kohl hatte auch sehr gute Beziehung zu dem jetzigen ungarischen Ministerpräsident Viktor Orbán. Er hat die ungarische Regierungspartei Fidesz zu der Europäischen Volkspartei (EPP) eingeladen.

Heutzutage gibt es natürlich aus der Natur der Politik Meinungsverschiedenheiten in vielen Themen zwischen den zwei Ländern, beziehungsweise zwischen der deutschen und der ungarischen Regierungspartei. Als Beispiel lässt sich die Migrantenkrise oder die Frage der demokratischen Einrichtung einholen. Trotz der Unterschiedlichkeiten bilden die zwei Länder ein starkes politisches Bündnis.

Wirtschaftliche Kooperation zwischen den zwei Ländern

Deutschland ist der größte Netto-Beitragszahler der EU mit etwa 18 Milliarden Euro. Diese Statistik beweist auch, dass Deutschland der führende Staat in der EU ist. Die neuen Mitgliedstaaten, wie Ungarn unter anderem sind Netto-Empfänger, also es ist feststellbar, dass die EU-Mitgliedstaaten, die sich in einem relativ niedrigen wirtschaftlichen Entwicklungstand befinden, mehr Geld von der EU bekommen können, als sie bezahlen. Dieser Zustand bedeutet aber nicht, dass die Gründerstaaten wie Deutschland aus den neuen Mitgliedstaaten quasi keinen wirtschaftlichen Nutzen ziehen könnte, ganz im Gegenteil.

Der wichtigste Handelspartner von Ungarn ist Deutschland. Ungefähr 25 % der ungarischen Exporte und Importe werden mit Deutschland ausgetragen. Diese Annäherung wurde durch den EU-Beitritt von Ungarn beschleunigt. Nach der Wende sind aber schon relativ viele deutsche Firmen in Ungarn erschienen. Es gab viele Industriezweige, die zum Großteil von den deutschen Firmen übernommen wurden, daneben dass sie parallel auch verschiedene Steuermäßigungen bekommen haben.

Aus diesen Ermäßigungen konnte auch die ungarische Wirtschaft profitieren, weil sich das Bruttoinlandsprodukt wegen der Profiterhöhung der deutschen Firmen erhöhte. Außerdem kommt hinzu, dass die ungarischen Arbeitnehmer auch Arbeitsmöglichkeiten in diesen Betrieben bekommen haben und die ehemaligen unrentablen Industriezweige wurden durch die Deutschen profitabel gemacht. Nach mehreren Forschungen (Doing Business Research, Germany Trade und Invest) ist Ungarn weitgehend ein sehr attraktives Land für die deutschen Investoren. Aus den deutschen Investitionen sind die Automobilindustrie der prominenteste Industriezweig, das bedeutet, dass 42% aus der deutschen Geldeinlegung in diese Industrie einfließt.

Die Zukunft dieser bilateralen Beziehung

Eine wichtige Frage, worüber in der EU heutzutage häufig diskutiert wird, ist die Zukunft der Europäischen Union. Sollten in der EU eher die Rechte der souveränen Nationalstaaten verstärkt werden oder stattdessen aus der EU ein föderalistischer Staatenbund gebildet werden, wo einige Rechte der Mitgliedstaaten beschränkt wären. Beide Seiten wollen die EU verstärken, aber der Weg, mit dem sie dieses Ziel erreichen wollen, ist unterschiedlich. Meistens bevorzugen die westeuropäischen Länder, wie Deutschland, die föderalistische EU und die Visegrád-Gruppe steht an der Seite der souveränen Nationalstaaten, die noch mehr Rechte bekommen sollten. Ich vertrete den Standpunkt, dass diese politische Debatte rechtzeitig beendet werden sollte, weil nur so die Europäische Union ihren maßgeblichen Großmachtstatus aufrechterhalten kann.

(Titelbild: Daily News Hungary)

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